Persönliche Begegnungen behalten in der Unternehmenskommunikation eine hohe Relevanz. Das zeigt der erste «Here & Now Survey» der Zürcher Agentur Live Lab, die auch in Dubai und Riad tätig ist. Die Studie richtet sich an Entscheidungsträger:innen aus Marketing, Kommunikation, Experience und C-Level-Leadership von Schweizer Organisationen und fokussiert auf die Perspektive der Auftraggebenden.
Die Ergebnisse sind eindeutig: 84 Prozent der Befragten stufen Live-Kommunikation als wichtig ein – mit weiter steigenden Erwartungen für das kommende Jahr. Als wichtigste Ziele nennen die Befragten «das Schaffen emotionaler Verbindungen» (56 %), gefolgt von Beziehungspflege (50 %) und Vertrauensaufbau (22 %).
Emotionen und Beziehungen im Zentrum
Live-Kommunikation wird damit vor allem als strategisches Instrument verstanden, das auf emotionale Bindung und langfristige Beziehungen abzielt. Sie geht aus Sicht der Befragten über reine operative Massnahmen hinaus und dient der gezielten Stärkung von Verbindungen zwischen Organisationen und ihren Zielgruppen. Gleichzeitig zeigt die Studie eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung. Effizienzvorgaben und Budgetdruck führen demnach häufig dazu, dass strategisches Storytelling und nachhaltige Wirkung in den Hintergrund geraten.
KI bleibt im Live-Kontext nachgeordnet
Künstliche Intelligenz ist in vielen Kommunikationsbereichen bereits etabliert, spielt im Kontext von Live-Erlebnissen jedoch bislang eine untergeordnete Rolle. Diese Zurückhaltung wird im Bericht als Hinweis auf die weiterhin hohe Bedeutung physischer Formate interpretiert.
Der Leitsatz der Studie bringt diese Perspektive auf den Punkt: «You can’t deepfake a room». In einer zunehmend digitalen und von KI geprägten Kommunikationswelt gewinnen reale Begegnungen damit an Relevanz als glaubwürdiger Raum für Austausch.
Physische Erlebnisse als Vertrauensraum
Vor dem Hintergrund wachsender digitaler Inhalte und potenzieller Manipulierbarkeit werden Live-Erlebnisse als besonders authentisch wahrgenommen. Sie gelten als direkter und verlässlicher Kommunikationsraum, in dem Beziehungen und Vertrauen entstehen können.
Ergänzend zur Studie beleuchtet der Bla Bla Lab Podcast von Live Lab das Thema emotionale Verbindung weiter. Darin spricht Jonathan Schwarz, Managing & Creative Director der Agentur, mit der Wissenschaftsmanagerin und Autorin Dr. Annemarie Melzer über «die Verbindung zwischen Liebe, Konsum und Marken – über Sehnsucht, Zugehörigkeit und Identität sowie die Frage, warum manche Marken fast wie Beziehungen funktionieren».
Fazit: Relevanz bleibt hoch, Umsetzung unter Druck
Live-Kommunikation bleibt für Organisationen ein wichtiges strategisches Instrument – insbesondere zur Schaffung emotionaler Verbindungen und zur Pflege von Beziehungen. Gleichzeitig zeigt sich eine strukturelle Spannung zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität, geprägt von Effizienz- und Budgetdruck.