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SonntagsBlick soll Ende 2026 eingestellt werden

Wie die Schweizer Plattform REPUBLIK berichtet, will der Ringier-Verlag den SonntagsBlick Ende 2026 einstellen. Eine offizielle Bestätigung des Verlags liegt bislang nicht vor. Die Meldung basiert nach Angaben von REPUBLIK auf Recherchen und mehreren voneinander unabhängigen Quellen.

Demnach soll die Entscheidung zur Einstellung des Titels in der vergangenen Woche gefallen sein. Die beteiligten Personen hätten eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet. Auf Anfrage verwies eine Ringier-Sprecherin lediglich auf bestehende Branchengerüchte und erklärte: «Die Branchen­gerüchte rund um den SoBli sind uns bekannt. Ankündigungen machen wir dann, wenn es etwas anzukündigen gibt.»

Der SonntagsBlick erschien erstmals 1969 und war die erste Sonntagszeitung der Schweiz. Der Titel ergänzte den bereits zehn Jahre zuvor gestarteten Blick, verfolgte jedoch ein eigenes Konzept. Während der Blick für aktuelle Boulevardberichterstattung stand, sollte der SonntagsBlick stärker unterhaltende und positive Themen aufgreifen.

In seinen erfolgreichsten Jahren entwickelte sich der SonntagsBlick zu einer der reichweitenstärksten Zeitungen der Schweiz. Ende der 1970er-Jahre wuchs der Umfang der Zeitung deutlich, in Spitzenzeiten verkaufte der Titel mehr als 300.000 Exemplare und erreichte knapp eine Million Leser.

Mit dem digitalen Wandel geriet der Titel jedoch zunehmend unter Druck. Wie viele Printmedien verlor auch der SonntagsBlick in den vergangenen Jahren Leser:innen und Werbeeinnahmen. Zuletzt lag die Auflage laut REPUBLIK bei knapp 75.000 Exemplaren, die Zeitung erreichte rund 265.000 Leser:innen. Damit lag der Titel hinter der SonntagsZeitung und der NZZ am Sonntag auf Platz drei der Schweizer Sonntagszeitungen.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Ringier Veränderungen vorgenommen. Ende 2024 wurde das SonntagsBlick-Magazin eingestellt, das seit 1996 als eigenständige Beilage erschienen war. Auch die Zahl der roten Zeitungsboxen, die lange zum Erscheinungsbild des Titels gehörten, war zuletzt deutlich zurückgegangen.

Die mögliche Einstellung steht im Zusammenhang mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Printbereich. Ringier-CEO Marc Walder sagte im Mai gegenüber Radio SRF: «Ich habe immer gesagt, dass Publikationen nachhaltig Geld verdienen müssen. Das wird immer schwieriger, gerade im Printbereich – und der ‹SonntagsBlick› ist eine Printmarke.»

Nach den Berichten über das mögliche Ende des SonntagsBlicks wird auch über eine Weiterentwicklung des Blick-Angebots am Wochenende spekuliert. Eine offizielle Entscheidung dazu liegt bislang nicht vor.

Die Auswirkungen könnten auch andere Sonntagszeitungen betreffen. Bislang teilen sich SonntagsBlick, SonntagsZeitung und NZZ am Sonntag unter anderem die Kosten für die frühe Zustellung über die Presto Presse-Vertriebs AG. Sollte der SonntagsBlick tatsächlich eingestellt werden, müssten die verbleibenden Titel diese Kosten künftig allein tragen.

Das mögliche Ende des SonntagsBlicks würde einen traditionsreichen Titel der Schweizer Medienlandschaft betreffen. Gleichzeitig steht die Gattung der gedruckten Sonntagszeitungen angesichts sinkender Reichweiten, steigender Produktionskosten und veränderter Mediennutzung weiterhin vor großen Herausforderungen.

republik.ch, persoenlich.com, srf.ch (Radio SRF)

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