Schweizer Unternehmen und Organisationen nutzen soziale Medien längst routiniert und strategisch – doch die „social“ Komponente verliert zunehmend an Bedeutung. Das zeigt die aktuelle Social-Media-Studie Schweiz von Bernet Relations und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).
Demnach verfolgen praktisch alle befragten Organisationen klare Social-Media-Strategien und setzen Plattformen vor allem zur Steigerung von Sichtbarkeit, Reichweite und Vertrauen ein. Gleichzeitig bleibt das operative Content-Management die wichtigste Tätigkeit, während Dialog und Kontaktpflege zunehmend in den Hintergrund treten. Die Studie spricht in diesem Zusammenhang von einer Entwicklung hin zu stärker konsumorientierten Plattformen.
Ein zentraler Befund betrifft den Einsatz von Künstlicher Intelligenz: KI-Tools haben sich im Kommunikationsalltag weitgehend etabliert und werden vor allem für das Schreiben, Redigieren, Zusammenfassen und Übersetzen von Texten genutzt. Damit wird KI zunehmend zu einem festen Bestandteil der täglichen Kommunikationsarbeit in Organisationen.
Gleichzeitig wächst jedoch die Skepsis gegenüber digitalen Inhalten. Als größte Herausforderungen nennen die befragten Organisationen insbesondere das schwindende Vertrauen in die Echtheit von Inhalten, die Gefahr von Shitstorms sowie Risiken durch Datenklau und manipulierte Inhalte.
Insgesamt zeigt die Studie eine Verschiebung im Verständnis von Social Media: Während die technische und strategische Nutzung professionalisiert wird, verliert der direkte Austausch mit Nutzer:innen an Gewicht. Der digitale Raum entwickelt sich damit zunehmend von einem Dialog- zu einem Distributionskanal.