Grafik_Kreis_Dann schreib uns und melde dich jetzt an!

Dimitri Loringett: «PR ist kein Nice-to-have»

Dimitri Loringett, der neue Präsident des Schweizerischen Public-Relations-Verbandes STRP, macht gleich zu Beginn klar, wie er die Rolle der PR sieht: «PR ist kein Nice-to-have.» Für ihn ist Kommunikation eine strategische Aufgabe, die eng mit dem Management von Stakeholdern verbunden ist. Die sozialen Medien haben zwar die Art und Weise und den Ton der Kommunikation verändert, so Loringett, doch das Ziel bleibe unverändert: «zu kommunizieren, Geschichten und Fakten zu erzählen und ein Publikum zu informieren.» Problematisch sei vielmehr die ungezügelte kommunikative Freiheit, die es immer schwieriger mache, die Erzählung zu «kontrollieren», weshalb mehr Engagement im Stakeholder-Management nötig sei.

Auf die Frage, was ihn an der Präsidentschaft des STRP reizt, antwortet Loringett, dass er «es genieße, Kontakte zu knüpfen und mich für andere nützlich zu machen.» Er betont, dass er das Amt «aus einem Geist des Dienens» übernommen habe, freue sich aber auch, einen Verband zu vertreten, der «traditionell» sei und «immer noch ein gewisses Prestige genießt». Gleichzeitig schätze er die Möglichkeit, sich im Rahmen des nationalen Dachverbandes pr suisse mit Mitgliedern aus anderen Regionen zu vernetzen.

Eine der größten Herausforderungen für den STRP sieht Loringett in der rückläufigen Mitgliederzahl, die insbesondere nach der Pandemie spürbar geworden sei. Gemeinsam mit dem Vorstand wolle man «das Bedürfnis und das Interesse zurückbringen», damit die Mitglieder wieder an den Veranstaltungen teilnehmen – einer der zentralen Stärken des Verbandes.

In Bezug auf die Veränderungen in der PR- und Kommunikationswelt hebt Loringett die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen hervor. Die digitale Kommunikation sei zwar unverzichtbar, könne aber «niemals den persönlichen Kontakt, die physische Begegnung ersetzen.» Die Herausforderung sei, dass fast zwei Generationen die persönliche Interaktion nur teilweise kennen. Doch er zeigt sich optimistisch: «Ich bin zuversichtlich, dass es eine Rückkehr zu einem weniger unpersönlichen Kontext geben wird, denn schliesslich sind wir Menschen soziale Wesen.»

Für die Zukunft wünscht sich Loringett, dass Unternehmen und Organisationen erkennen, dass PR eine strategische Funktion ist: «Es gibt auch heute noch Organisationen, einschliesslich öffentlicher Einrichtungen, in denen der Kommunikationsdienst nicht Teil des allgemeinen Managements ist, sondern anderen Einheiten, sogar Verwaltungseinheiten (!), unterstellt ist.» PR sei dabei «ein bisschen wie der Zusatz im Kraftstoff eines Motors: ein ‹kleines Extra›, das ihn besser und länger laufen lässt.»

Loringett selbst ist Wirtschaftsredakteur beim Corriere del Ticino, lebt in Vezia/TI und ist verheiratet. Neben seinem Beruf ist er musikbegeistert: Er hat viele Jahre Schlagzeug gespielt, einige Platten veröffentlicht und ein kleines Schweizer Jazz-Label, «Altrisuoni», geleitet.


Die STRP Tessiner Public Relations Gesellschaft wurde 1981 als Regionalgruppe der SSRP Schweizerischen Public Relations Gesellschaft, heute PR Suisse, gegründet. Es bringt Fachleute aus den Bereichen PR, Kommunikation und verwandten Bereichen zusammen. 

prsuisse.ch

Diesen Beitrag…