{"id":9712,"date":"2024-07-09T09:39:03","date_gmt":"2024-07-09T07:39:03","guid":{"rendered":"https:\/\/landaumedia.ch\/?p=9712"},"modified":"2024-07-09T09:39:46","modified_gmt":"2024-07-09T07:39:46","slug":"nachrichtenmuedigkeit-greift-um-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/nachrichtenmuedigkeit-greift-um-sich\/","title":{"rendered":"Nachrichtenm\u00fcdigkeit greift um sich"},"content":{"rendered":"<p>Die Schweizer:innen werden immer news-m\u00fcder: Knappe 69 Prozent der Schweizer Be\u00adv\u00f6l\u00adkerung konsumieren 2024 noch traditio\u00adnelle Medien wie TV, Print und Radio \u2013 2016 waren es noch 88 Prozent. Das zeigt der <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/381599612_Reuters_Institute_Digital_News_Report_2024_-_Landerbericht_Schweiz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweizer L\u00e4nderbericht des Digital News Reports 2024<\/a>.<\/p>\n<p>Sogar die Nutzung digitaler Quellen nimmt ab. 2024 informieren sich 74 Prozentder Schweizer:innen auf Newswebseiten und Social Media, 2016 waren es noch 82 Prozent. Dieser sinkende Nachrichtenkonsum zeigt sich bei allen Altersgruppen, wenn auch nicht \u00fcberall gleich stark. \u00abDie Daten geben also keine Hinweise darauf, dass junge Menschen mit zunehmendem Alter mehr Nachrichten nutzen\u00bb, sagt <a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/linards-udris-3668a9147\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Linards Udris<\/a>, Autor des Schweizer L\u00e4nderberichts und Stellvertretender Forschungsleiter am Forschungszentrum \u00d6ffentlichkeit und Gesellschaft f\u00f6g.<\/p>\n<h2>Schuld ist die Informationsflut<\/h2>\n<p>Das generelle Interesse an Nachrichten hat in der Schweiz \u00fcber die Zeit ebenfalls abgenommen, wenn auch l\u00e4ngst nicht so stark wie in vielen anderen L\u00e4ndern. W\u00e4hrend 2016 in der Schweiz 59 Prozent der Befragten angaben, sich sehr f\u00fcr Nachrichten zu interessieren, sind es 2024 nur noch 48 Prozent. Zudem nimmt die Zahl der Menschen ab, die regelm\u00e4ssig Online-News teilen oder kommentieren. Rund ein Drittel der Schweizer:innen (36 %) vermeidet manchmal oder sogar oft aktiv Nachrichten. Als Grund geben sie die Informationsflut an.<\/p>\n<p>Die Mehrheit der \u00abNews Avoider\u00bb, darunter insbesondere Frauen, sagt, dass sie sich von Nachrichtenmenge ersch\u00f6pft f\u00fchlt. Sechs von zehn Personen f\u00fchlen sich zwar auf dem Laufenden gehalten und \u00fcber verschiedene Themen informiert. Aber nur eine Minderheit stimmt der Aussage zu, dass Medien Hoffnung geben. \u00abDies kann ein Hinweis auf das ungenutzte Potenzial eines konstruktiven Journalismus sein\u00bb, so Udris.<\/p>\n<h2>Ver\u00e4nderungen bei den digitalen Plattformen<\/h2>\n<p>In der Schweiz sind WhatsApp, YouTube und Facebook weiterhin die wichtigsten Plattformen f\u00fcr die Nachrichtennutzung. Neuere Plattformen wie TikTok und Instagram gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig steigt die Nutzung von Videos: 78 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Woche Nachrichtenvideos zu schauen. Besonders beliebt sind kurze Videoformate von maximal zwei Minuten, die 55 Prozent der Befragten ein- oder mehrmals pro Woche anschauen. Diese Nachrichtenvideos werden haupts\u00e4chlich auf Social Media konsumiert und weniger auf Nachrichtenwebseiten.<\/p>\n<h2>41 Prozent vertrauen den Nachrichtenmedien<\/h2>\n<p>In der Schweiz vertrauen insgesamt 41 Prozent der Menschen den meisten Nachrichtenmedien. Dies ist im internationalen Vergleich ein leicht \u00fcberdurchschnittlicher Wert, auch wenn das Vertrauen in die Medien in den letzten drei Jahren gesunken ist. Am meisten Vertrauen genie\u00dfen die Nachrichtenangebote von SRF und RTS, unabh\u00e4ngig von der politischen Selbsteinstufung der Befragten.<\/p>\n<h2>Geringe Zahlungsbereitschaft f\u00fcr Nachrichten<\/h2>\n<p>Die Zahlungsbereitschaft f\u00fcr Online-News stagniert in der Schweiz seit drei Jahren auf niedrigem Niveau. 17 Prozent der Befragten haben im letzten Jahr f\u00fcr Online-Nachrichten bezahlt, was dem internationalen Durchschnitt entspricht. Ein Drittel der zahlenden Konsumenten gibt maximal 10 CHF pro Monat aus, viele zahlen also nicht den Normalpreis. Ein Drittel der Nicht-Zahler w\u00fcrde einige Franken pro Monat als fairen Preis betrachten, w\u00e4hrend 57 Prozent gar nichts f\u00fcr Online-News ausgeben w\u00fcrden.<br \/>\n<small>Quellen: <a href=\"https:\/\/www.foeg.uzh.ch\/de\/research\/projects\/digital-news-report.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">foeg.uzh.ch<\/a> (Reuters Institute Digital News Report 2024 \u2013 L\u00e4nderbericht Schweiz), <a href=\"https:\/\/www.news.uzh.ch\/de\/articles\/media\/2024\/Newsverzicht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">uzh.ch<\/a><\/small><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer:innen werden immer news-m\u00fcder: Knappe 69 Prozent der Schweizer Be\u00adv\u00f6l\u00adkerung konsumieren 2024 noch traditio\u00adnelle Medien wie TV, Print und Radio \u2013 2016 waren es noch 88 Prozent. Das zeigt der Schweizer L\u00e4nderbericht des Digital News Reports 2024. 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