{"id":10144,"date":"2025-10-28T11:21:39","date_gmt":"2025-10-28T09:21:39","guid":{"rendered":"https:\/\/landaumedia.ch\/?p=10144"},"modified":"2025-10-28T11:21:39","modified_gmt":"2025-10-28T09:21:39","slug":"news-deprivation-in-der-schweiz-nimmt-weiter-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/news-deprivation-in-der-schweiz-nimmt-weiter-zu\/","title":{"rendered":"News-Deprivation in der Schweiz nimmt weiter zu"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Schweiz verzichten immer mehr Menschen auf journalistische Nachrichten \u2013 mit sp\u00fcrbaren Konsequenzen f\u00fcr Wissen, Vertrauen und demokratische Teilhabe. Fast die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung (46,4 %, +0,7 Prozentpunkte zum Vorjahr) z\u00e4hlt 2025 laut dem <em>Jahrbuch<\/em> <em>Qualit\u00e4t der Medien<\/em> des Forschungszentrums \u00d6ffentlichkeit und Gesellschaft (f\u00f6g) der Universit\u00e4t Z\u00fcrich zu den sogenannten \u00abNews-Deprivierten\u00bb. Diese Personen nutzen kaum oder gar keine Nachrichten \u2013 und wenn, dann meist \u00fcber Social Media.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie zeigt, dass News-Deprivierte deutlich weniger Wissen \u00fcber politische und gesellschaftliche Themen besitzen. Besonders gering ist das Wissen bei jenen, die vollst\u00e4ndig auf journalistische Informationen verzichten. Aber auch Personen, die sich ausschliesslich \u00fcber Social Media informieren, schneiden schlechter ab als andere Gruppen. \u00abRegelm\u00e4ssiger, aktiver Konsum journalistischer Inhalte \u00fcber verschiedene Kan\u00e4le ist damit entscheidend f\u00fcr die Informiertheit der Bev\u00f6lkerung\u00bb, sagt <a href=\"https:\/\/www.ikmz.uzh.ch\/de\/research\/divisions\/publicsphere-and-society\/team\/mark-eisenegger.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mark Eisenegger<\/a>, Direktor des f\u00f6g. Die Folgen sind weitreichend: News-Deprivierte vertrauen Politik und Medien weniger, beteiligen sich seltener an Wahlen und f\u00fchlen sich der demokratischen Gesellschaft weniger verbunden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">KI-Chatbots profitieren von journalistischen Inhalten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Schwerpunkt des Jahrbuchs liegt auf dem Einfluss K\u00fcnstlicher Intelligenz. Bereits 87 % der Medienschaffenden in der Schweiz nutzen KI-Tools \u2013 vor allem f\u00fcr Transkriptionen oder Korrekturen. Gleichzeitig w\u00e4chst die Sorge, dass der Journalismus den direkten Kontakt zum Publikum verliert, wenn sich Nutzer:innen zunehmend \u00fcber KI-Chatbots informieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Untersuchung zeigt, dass journalistische Medien eine zentrale Quelle f\u00fcr KI-Systeme bleiben: Bei Fragen zu aktuellen Ereignissen stammen bei ChatGPT 73,2 % und bei Perplexity 66,5 % der ausgewiesenen Quellen aus journalistischen Medien. Bei Schweiz-bezogenen Themen liegt der Anteil hiesiger Medien bei 36,7 % (ChatGPT) bzw. 47,1 % (Perplexity). Zwei Drittel dieser Quellen kommen von privaten Medien, ein Drittel von der SRG. \u00abDamit profitieren KI-Anbieter in hohem Mass von journalistischen Inhalten \u2013 ohne dass Medienh\u00e4user eine Entsch\u00e4digung daf\u00fcr erhalten\u00bb, so Eisenegger.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Publizistische Qualit\u00e4t stabil, Vielfalt nimmt ab<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Langzeitanalyse zeigt, dass die publizistische Qualit\u00e4t im Vergleich zum Vorjahr stabil bleibt. Allerdings verzeichnet das f\u00f6g langfristig R\u00fcckg\u00e4nge bei der geografischen Vielfalt und der Einordnungsleistung journalistischer Beitr\u00e4ge. Zugleich wird eine h\u00f6here Relevanz gemessen. \u00abAllerdings schrumpft die Reichweite journalistischer Medien weiter, w\u00e4hrend soziale Medien als Hauptinformationsquelle an Bedeutung gewinnen\u00bb, sagt Eisenegger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wirtschaftliche Lage der Medien bleibt schwierig: Werbeums\u00e4tze sinken, vor allem im Print, w\u00e4hrend Onlineerl\u00f6se stagnieren. Positiv ist jedoch, dass die Zahlungsbereitschaft f\u00fcr digitale Nachrichten erstmals seit vier Jahren um f\u00fcnf Prozentpunkte auf 22,5 % steigt. Dennoch bleibt die Mehrheit der Schweizer:innen nicht bereit, f\u00fcr Online-News zu bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abUnsere Analysen zeigen: Eine informierte Bev\u00f6lkerung braucht professionellen Journalismus\u00bb, betont Eisenegger. Wer regelm\u00e4ssig Nachrichten nutzt, zeigt gr\u00f6sseres politisches Interesse und eine klarere politische Haltung. Deshalb fordern die Forschenden, st\u00e4rker in politische Bildung und Medienkompetenz zu investieren. Zudem m\u00fcsse der Schutz journalistischer Inhalte gegen\u00fcber kommerziellen KI-Nutzungen verbessert werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abEin besserer Schutz des geistigen Eigentums und eine faire Verg\u00fctung des Journalismus sind daher berechtigte Anliegen, zumal die aktuelle \u2039Opt-out\u203a-Praxis keinen ausreichenden Schutz vor unberechtigtem Zugriff bietet\u00bb, so Eisenegger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.news.uzh.ch\/de\/articles\/media\/2025\/jahrbuch-medien-foeg.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">news.uzh.ch<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast die H\u00e4lfte der Schweizer Bev\u00f6lkerung (46,4\u202f%) verzichtet 2025 auf journalistische Nachrichten oder informiert sich nur \u00fcber Social Media, zeigt das Jahrbuch Qualit\u00e4t der Medien des f\u00f6g. \u00abNews-Deprivation\u00bb f\u00fchrt zu weniger Wissen, geringerem Vertrauen in Politik und Medien sowie zu eingeschr\u00e4nkter demokratischer Teilhabe, w\u00e4hrend KI-Chatbots stark auf journalistische Inhalte zur\u00fcckgreifen, ohne dass die Medienh\u00e4user davon profitieren.<\/p>","protected":false},"author":8,"featured_media":10146,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[44],"tags":[126,217,67,147,218,101,75],"class_list":["post-10144","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-studien","tag-foeg","tag-jahrbuch","tag-ki","tag-nachrichten","tag-news","tag-social-media","tag-universitaet-zuerich"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10144","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10144"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10144\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10146"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10144"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10144"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/landaumedia.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10144"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}